Wasser-Offensive im Wehntal nimmt Fahrt auf
Die Wasserversorgung im Wehntal steht vor wichtigen Veränderungen. Schleinikon will künftig zusätzlich Seewasser aus dem Zürichsee beziehen. Damit soll die Versorgung auch bei Trockenheit oder Problemen mit lokalen Wasserressourcen gesichert bleiben.
Die bestehenden generellen Wasserversorgungspläne verpflichten die Gemeinden im Wehntal dazu, ein zweites, unabhängiges Standbein aufzubauen. Seewasser aus dem Zürichsee soll diese zusätzliche Sicherheit bieten.
Schleinikon leitet Beitritt ein
Damit das Wasser überhaupt ins Wehntal gelangen kann, braucht es entsprechende Leitungsrechte und Wasseroptionen. Schleinikon will deshalb der Gruppenwasserversorgung Vororte und Glattal sowie der Gruppenwasserversorgung Furttal beitreten.
Die Gemeinde hat die entsprechenden Gesuche bereits gestellt. Damit ist der Beitrittsprozess angelaufen. Nach aktuellem Zeitplan soll dieser bis im Herbst 2027 abgeschlossen sein.
Parallel arbeitet die interkommunale Arbeitsgruppe WVW+ an einer gemeinsamen Trägerschaft. Diese soll den langfristigen Bezug von Seewasser aus dem Zürichsee ermöglichen.
Niederweningen und Schleinikon spannen zusammen
Doch damit nicht genug. Schleinikon und Niederweningen prüfen auch eine engere Zusammenarbeit ihrer Ortswasserversorgungen. Dabei steht sogar ein Zusammenschluss der Leitungsnetze zur Diskussion.
Hintergrund sind die steigenden Anforderungen an die Wasserversorgung. Bodenverunreinigungen, höhere Temperaturen und längere Trockenphasen stellen die Gemeinden vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar.
Gerade kleinere Wasserversorgungen geraten dadurch stärker unter Druck.
Rund 4200 Menschen betroffen
Niederweningen versorgt rund 3300 Personen mit Trinkwasser. In Schleinikon sind es rund 900. Beide Wasserversorgungen werden als eigenständige Eigenwirtschaftsbetriebe geführt.
Für solche kleineren Betriebe können gesetzliche und regulatorische Anforderungen einen erheblichen finanziellen Aufwand verursachen.
Die beiden Gemeinden haben deshalb ein gemeinsames Projekt gestartet. Dieses soll zeigen, ob eine Zusammenarbeit und die Verbindung der Leitungsnetze sinnvoll sind.
Das Ziel ist klar: Synergien nutzen, Kosten reduzieren und die Wasserversorgung langfristig widerstandsfähiger aufstellen.