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Kultur
08.08.2026
08.08.2026 08:22 Uhr

Stars in Town, Schaffhausen: Der Herrenacker bebte erneut

Amy Macdonald brachte Schottland nach Schaffhausen und das bereits das dritte Mal.
Amy Macdonald brachte Schottland nach Schaffhausen und das bereits das dritte Mal. Bild: Sandro Zoller, Schaffhausen24
Kamrad, Baschi und Amy Macdonald drückten am Freitag, 7. August, dem Herrenacker den Stempel auf. Ob Pop aus dem Herzen, Schweizer Rock oder schottische Melodien. Am zweitletzten Abend des Stars in Town war das Festival-Gelände vom ersten Ton an bis in die hintersten Reihen mit Feierwütigen gefüllt.

Bereits der zweitletzte Abend des Stars in Town 2026. Die Stimmung auf der Piazza Grande von Schaffhausen war wie an den vorhergehenden Abenden: einfach fabelhaft. Die Menschen trugen alle Musikschaffenden durch die Shows. Wenn Sting, Kravitz, McDonald un Co. nicht freiwillig wieder kommen möchten ...

Der Pop-Zauberer

Früher trat er als Vorband für Acts wie Nico Santos, Lotte und Sunrise Avenue auf. Spätestens mit dem Song «I Believe» gelang Kamrad der Durchbruch. Nun ist er der, welcher Vorbands hat oder haben sollte. Hier am Stars in Town gelang ihm der «Durchbruch» beim Connecten mit den Festival-Besuchenden von Anfang an mühelos. Hätte man bei allen ersten Acts eine Stoppuhr benutzt, und geschaut, wie schnell die Anwesenden anfangen abzufeiern, wäre er vermutlich auf dem Podest zu oberst. Der 1997 in Wuppertal geborene Pop-Singer-Songwriter liess zwar hauptsächlich seine Musik sprechen, scheute sich aber sichtlich nicht vor dem Reden mit den Menschen auf dem Herrenacker. So sagte Kamrad: «Es ist das erste Mal, dass ich in eurer wunderschönen Stadt bin. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, hier am Rhein, in die Rhybadi zu gehen.» Der sympathische deutsche Musiker gab einen «Befehl» und alle führten ihn aus – ob Hände in die Höhe, Klatschen oder gar springen. Was sich jeder Künstler wünscht: Von A bis Z das Zepter in der Hand zu haben und möglichst wenige Besucherinnen und Besucher mit den Händen in den Hosentaschen. Mit «So good» nahm die Arena «Herrenacker» für sich ein und mit «I Believe» verliess er die Bühne. Was er abgeliefert hat, verlangt nach mehr. Der nächste grosse Stern auch am internationalen Pop-Himmel?

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Schweizer Qualität

Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk kam Baschi auf die Bühne. Und mit der selben Präzision «arbeitete» er sich durch sein Programm. Von Anfang an konnte er sich verkaufen und glänzte mit rockigem Live-Sound und Mundart-Lyrics. «Dass ich noch nie hier war», fragte Baschi eher rhetorisch. Endlich habe es geklappt und er sei froh darüber. Baschi tanzt über die Bühne, das Schlagzeug gibt den Tackt an während der Gitarren-Sound über den knallvollen Herrenacker brettert. Der gebürtige Geltenkinder versteht das Spiel und hat, wie Kamrad, sehr schnell das Publikum auf seiner Seite. Ein Meer von Händen die gen Sterne zeigen. Es wird mitgesungen und mitgefeiert. Baschi erfrischt sich mit einem Schluck Wasser, bewegt sich leichtfüssig und tänzerisch nach vorne, nimmt seinen Hut ab und bedankt sich für die gute Stimmung. «Heute ist das erste Mal mein Sohn dabei. Natürlich ist er nicht gleich um die Ecke, sondern im Keller bei seiner Mutter Alana. Er schläft gut, aber alle die kleine Kinder haben, wissen, wie streng es sein kann.» Dann setzt der Bass wieder ein und Baschi, die Konstante im Schweizer Musik-Olymp, bringt den Herrenacker weiter zum Kochen. Bis zum letzten Ton herrscht eine powervolle Atmosphäre – auf der Bühne wie auch davor. Als fulminanter Abschluss eines erinnerungswürdigen Auftritts begab sich Baschi unter die Leute und sang «Chum bring en hei». Auf Tuchfühlung mit einem geerdeten und bodenständigen Künstler.

Fun-Fact I: Die Frau von Baschi, der bürgerlich Sebastian Bürgin heisst, ist die Tochter der Fussball-Legende Günter Netzer.

Fun Fact II: Der bekannteste Song des Schweizer Musikkünstlers ist «Chum bring en hei», offizieller Schweizer EM-Song von 2008. Der Titel erhielt bis heute keine offizielle Platin- oder Gold-Auszeichnung der Hitparade.

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Scottish Vibes im Schatten des Munots

Im Alter von etwa zwölf Jahren brachte sich die in der nähe von Glasgow geborene Sängerin als Autodidaktin das Gitarrenspielen bei. Amy Macdonalds Songwriting-Demos basieren traditionell auf den Akkorden ihrer Akustikgitarre. Mit diesem Instrument kam sie direkt auf die Bühne. Aber nicht etwa nach dem Rest der Band, so wie es viele Stars handhaben, bestieg sie die Bretter, die ihr die Welt bedeuten. Nein, ganz unspäktakulär und mit viel Understatement trat sie vor die gespannte Menge und legte mit dem Song «Is This What You've Been Waiting for?» los. Die «Antwort» auf den Namen des Liedes: Ja, die Festival-Besuchenden konnten es kaum mehr länger aushalten. Als stolze Schottin sprach die 38-Jährige mit ausgeprägtem Akzent zu ihren Fans und erwähnte, dass sie nach 2014 und 2019 nun das dritte Mal am Stars in Town ist und sich darüber sehr freut.

Wie kann Die Show von Amy Macdonalds beschrieben werden? Ein Versuch: Einzigartiger Mix aus Folk, Rock und Pop, gepaart mit einer symphatischen Art, toller Stimme und viel Tiefgang. Mit «This is Life» wurde sie über Nacht zur gefragten Künstlerin – Platz 2 der Swiss-Charts. Sie hielt sich unglaubliche 122 Wochen in der Hitparade der Eidgenossenschaft. Und mit diesem Lied, das fast jeder kennt, der bereits von ihr gehört hat, ging es langsam gegen das Ende eines gelungenen Konzertes und unglaublichen Abends.

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