Friedensdeal-Aus beendet Börsenrally
Frankreich zahlt der Schweiz keine Entschädigung für die Sicherheitskosten des G7-Gipfels in Évian. Trotz Verhandlungen und persönlichem Brief von Bundesrat Parmelin an den französischen Präsidenten Macron lehnte Paris eine finanzielle Beteiligung an die etwa CHF 30 Mio. ab, die auf Schweizer Seite angefallen sind. Weil Kundgebungen der Globalisierungsgegner in Frankreich verboten waren, fanden die Demonstrationen in Genf statt.
Mindestens eine Milliarde Dollar kostet der Iran-Krieg jeden Tag – allein für die USA. Nun will das Pentagon noch zusätzliche USD 200 Mrd. vom Kongress bewilligen lassen. In den USA wird auf diese Weise das Geld allmählich knapp.
Die derzeitige Hitzewelle in Europa verursacht ebenfalls finanzielle Schäden in Milliardenhöhe. Die Hauptursachen sind Einbussen bei der Arbeitsproduktivität, weniger Produktion in der Industrie und im Bauwesen, hohe Energiekosten für Kühlung, Ernteausfälle in der Landwirtschaft sowie Belastungen des Gesundheitssystems und der Verkehrswege. Bereits mussten AKWs mit Flusswasserkühlung ihre Energieproduktion drosseln.
Die Schweizer Börse SIX hat am 8. Juli 2026 die jährliche ordentliche Anpassung für den SMI und weitere Indizes beschlossen. Ein weiteres Rebalancing findet am 18. September 2026 nach Börsenschluss statt und die Änderungen treten am 21. September 2026 in Kraft. Die Titel von Galderma und Sandoz steigen per 21. September in den SMI auf. Kühne + Nagel und Swisscom werden den Leitindex verlassen und wechseln in den SMIM; dort wird auch DSM-Firmenich neu aufgenommen.
Unternehmensnachrichten
Der US-amerikanische Finanzinvestor Apollo bietet Easyjet zufolge 5.7 Mrd. Pfund (CHF 6.2 Mrd.) für die Übernahme der britischen Billigairline. Apollo bietet damit rund eine halbe Milliarde Pfund mehr als Castlelake, welches ebenfalls Easyjet kaufen wollte. Nach britischem Übernahmerecht muss Apollo nun bis zum 7. August ein verbindliches Angebot vorlegen.
Die Ems-Chemie Gruppe, die in den Geschäftsbereichen Hochleistungspolymere und Spezialchemikalien weltweit tätig ist, erzielte im 1. Halbjahr 2026 einen Nettoumsatz von CHF 1'012 Mio. (Vorjahr 1'020) und ein Ebit von CHF 310 Mio. (Vorjahr 296 Mio.), dies trotz Frankenstärke und einem turbulenten Umfeld. Ems-Chemie hebt den Jahresausblick leicht an.
Der Schokoladen- und Kakaohersteller Barry Callebaut schafft den Turnaround, produziert mehr als erwartet und blickt zuversichtlicher in die Zukunft. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs stieg das Absatzvolumen um 5.7%. September bis Mai fielen jedoch noch negativ aus: Der Absatz lag 2.8% unter dem Vorjahr, nachdem das Minus zur Halbjahresperiode noch 6.9% betragen hatte, dies wegen Preis- Mengen- und Währungseffekten.
Der Pharmakonzern Novartis übernimmt Myricx Bio für rund USD 1.5 Mrd. und stärkt damit die Pipeline für Krebsmedikamente. Die neuen Wirkstoffe sollen Krebszellen eliminieren – dort wo bisherige Therapien erfolglos waren.
Der Baukonzern Implena hat in der Schweiz und in Deutschland mehrere Aufträge im Volumen von über CHF 180 Mio. erhalten. In Lausanne wird er vierzehn Liegenschaften energetisch sanieren, in St.Gallen modernisiert er ein Einkaufszentrum und in Zürich baut er ein Bürogebäude zu Wohnungen um. In Deutschland übernimmt Implenia die Sanierung einer Wohnsiedlung in der Nähe von Leipzig.
Der Rohrleitungsspezialist Georg Fischer verkauft das Feingussgeschäft für Luftfahrt- und Industriegasturbinen der früheren Division Casting Solutions an den US-Konzern CPP. Er erwartet aus dem Verkauf einen Mittelzufluss von rund CHF 220 Mio. und will damit die Nettoverschuldung weiter senken.
Die Aktien des Spezial-Immobilienunternehmens Infracore wurden ab 9. Juli, zum Festpreis von CHF 54 je Titel und unter dem Tickersymbol INFRAC erstmals an der Börse SIX gehandelt. Das endgültige Angebot umfasst 4.21 Mio. Aktien, via Kapitalerhöhung sowie aus bestehenden Aktien von Grossaktionär MPT.
Aussichten
Die mittelfristige Zukunft der Aktienbörsen nach dem Scheitern des US-Iran-Waffenstillstandsabkommens ist von höherer Volatilität, vorübergehendem Abwärtsdruck und neuerlichen Inflationssorgen wegen wiederum steigender Erdölpreise dominiert. Nachdem das vor einem Monat geschlossene Rahmenabkommen letzte Woche durch US-Präsident Donald Trump für gekündigt erklärt worden war, reagierten die Finanzmärkte mit spürbaren Abschlägen. Anleger flüchteten aus Risikoanlagen, während Rohstoffe wieder teurer wurden. Eine Panik oder ein Crash blieben jedoch aus, da viele Marktteilnehmer bereits mit geopolitischen Risiken und Zickzackpolitik rechneten. Zudem ist unsicher, ob und wann der US-Präsident bald seine Meinung wieder ändert. Der Preis für den Krieg ist für die USA beängstigend, es handelt sich um dreistellige Milliardensummen. Zudem hat gemäss US-Verfassung einzig der Kongress, das US-Parlament, Kriegskompetenz. Bisher machte das Präsident im Alleingang. Es ist nicht auszuschliessen, dass das oberste Gericht diesmal erneut korrigieren wird.