Aufstand gegen SRG-Chefin Wille
Bei der SRG rumort es. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, haben rund 350 SRF-Mitarbeitende einen Protestbrief gegen die Entlassung von vier Sprechtrainern unterzeichnet. Der Fall entwickelt sich zur ersten grossen Bewährungsprobe für SRG-Generaldirektorin Susanne Wille.
Langjährige Mitarbeitende
Die vier teils langjährigen Mitarbeitenden wurden nach der Kündigung offenbar umgehend freigestellt. Die SRG begründet den Schritt mit dem laufenden Sparprogramm und der neu zentral organisierten Weiterbildung.
«Wie im Wilden Westen»
Wie Mediengewerkschaft SSM kritisiert das Vorgehen scharf. Sie spricht von Zuständen «wie im Wilden Westen» und bezeichnet die sofortigen Freistellungen als «unmenschlich». Bereits Mitte Juni hatte die Gewerkschaft gefordert, auf Kündigungen zu verzichten und den Abbau über natürliche Fluktuation, interne Wechsel und Umschulungen zu lösen.
Für Unmut sorgt auch, dass SRF Sprech- und Auftrittstrainings weiterhin anbieten will – je nach Bedarf intern oder extern. Die Gewerkschaft bezweifelt deshalb, dass die Kündigungen grosse Einsparungen bringen.
Qualität in Gefahr
Viele Mitarbeitende fürchten zudem, dass mit dem Abbau die Qualität der Moderationen leidet. Gerade in der Deutschschweiz seien professionelle Sprechtrainings wichtig, weil viele Sendungen auf Hochdeutsch moderiert werden.
Wille kassiert 518'00 Franken
Brisant ist der Konflikt auch wegen der aktuellen Sparrhetorik der SRG: Susanne Wille verdient als Generaldirektorin rund 518’000 Franken pro Jahr. Gespart wird nun ausgerechnet bei jenen, die im Hintergrund an Stimme, Sprache und Auftritt der SRF-Moderierenden arbeiten.