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Region Bülach
26.06.2026
26.06.2026 17:14 Uhr

Embrach veröffentlicht Stellungnahme zu Vorwürfen

Rebekka Bernhardsgrütter-Derungs
Rebekka Bernhardsgrütter-Derungs Bild: pw
Nach dem Bericht von 20 Minuten macht Embrach die vollständigen Antworten an die Redaktion öffentlich und setzt auf Transparenz.

Die Gemeinde Embrach veröffentlicht die vollständigen Antworten, welche sie der Redaktion von 20 Minuten im Zusammenhang mit dem Artikel «Gemeindepräsidentin gibt Ehemann Bauaufträge» übermittelt hat. Der Gemeinderat begründet diesen Schritt mit dem Anspruch, die Bevölkerung umfassend und transparent zu informieren. Interessierte sollen sich anhand der Originalantworten selbst ein Bild von den erhobenen Vorwürfen und der Haltung der Gemeinde machen können.

In ihrer Stellungnahme weist die Gemeinde verschiedene Aussagen des Medienberichts zurück oder ordnet sie ein. So hält sie fest, dass die Holinger AG im Jahr 2024 nicht Aufträge von über 500'000 Franken erhalten habe. Gemäss den ausgewiesenen Abrechnungssummen seien im betreffenden Jahr Leistungen von rund 236'500 Franken abgerechnet worden. Davon entfielen rund 136'000 Franken auf Arbeiten im Zusammenhang mit dem Ausbau des Wärmeverbunds. Insgesamt seien zwischen 2019 und 2025 Leistungen im Umfang von rund 1,1 Millionen Franken erbracht worden.

Ausführlich erläutert die Gemeinde zudem die Vergabepraxis. Die operative Verantwortung für das Beschaffungswesen liege beim Gemeindeschreiber beziehungsweise bei der Geschäftsführung und nicht bei einzelnen Gemeinderatsmitgliedern. Aufgrund der seit 2020 geltenden Trennung zwischen strategischer und operativer Führung verfüge eine Ressortvorsteherin oder ein Ressortvorsteher über keine eigenständige Vergabekompetenz. Je nach Auftragssumme würden Entscheide durch die zuständige Abteilung, die Geschäftsleitung oder den Gesamtgemeinderat gefällt.

Zu den wiederholt freihändig vergebenen Ingenieuraufträgen erklärt die Gemeinde, dass kein Auftrag den gesetzlichen Schwellenwert überschritten habe, der eine öffentliche Ausschreibung erforderlich gemacht hätte. Viele Vergaben seien zudem im Rahmen werkkoordinierter Bauprojekte erfolgt. Dabei hätten die federführenden Werkleitungsbetreiber ihre Ingenieurbüros bestimmt. Ein separates Ingenieurbüro der Gemeinde hätte gemäss Stellungnahme Doppelspurigkeiten, zusätzlichen Koordinationsaufwand und Mehrkosten verursacht.

Auch zum Vorwurf eines möglichen Interessenkonflikts äussert sich die Gemeinde. Sie bestätigt, dass der Ehemann der Gemeindepräsidentin als Niederlassungsleiter bei der Holinger AG tätig ist. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die Geschäftsbeziehung zwischen der Wasserversorgungsgenossenschaft und der Holinger AG bereits lange vor dessen Anstellung bestanden habe. Zudem seien Vergaben seit Juni 2024 nur noch unter Einhaltung einer Ausstandspflicht erfolgt. Diese Praxis sei nach einer Empfehlung des Bezirksrats Bülach eingeführt worden. Frühere Vergaben seien der Aufsichtsbehörde offengelegt worden.

Den Rückgang öffentlicher Ausschreibungen erklärt die Gemeinde mit dem jahrelangen Ausbau des Wärmeverbunds. Während dieser Zeit hätten Energie 360° und die Wasserversorgungsgenossenschaft zahlreiche Tiefbauprojekte koordiniert. Die Gemeinde habe sich bewusst auf notwendige Begleitmassnahmen beschränkt und deshalb weniger eigene Bauprojekte ausgeschrieben. Inzwischen seien diese Arbeiten weitgehend abgeschlossen, sodass bereits wieder neue Ausschreibungen erfolgt seien.

Mit der Veröffentlichung der vollständigen Antworten will der Gemeinderat nach eigenen Angaben für Transparenz sorgen und der Bevölkerung ermöglichen, sämtliche Vorwürfe und Erklärungen im vollständigen Zusammenhang zu beurteilen.

Hier geht es zur offiziellen Stellungnahme der Gemeinde Embrach. 

mj
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